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Diese interessante Frage kam auf, als uns vor ein paar Wochen jemand gefragt hat, was wir eigentlich beruflich machen. Und als wir ganz selbstverständlich antworteten, dass wir ein Retreat anbieten, war die Verwirrung groß. Aha, das ist wohl ein Begriff, der uns vielleicht ganz klar ist, aber vielleicht doch nicht so geläufig ist, wie wir denken. Grund genug, das mal aufzudröseln.

Die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen ist übrigens Rückzug, ohne dass genauer benannt ist, wer sich von was, warum und wie zurückzieht. Im Buddhismus werden Schweigeseminare so genannt und mittlerweile ist der Begriff auch schon im Wellness-Bereich angekommen und wird dort synonym für Auszeit benutzt.

Wenn wir den spirituellen oder Wellness-Bezug einmal auflösen, bleiben klassische Kriterien, die typisch sind für Seminare mit „Retreat-Charakter:

  1. Eine feste Tagesstruktur
    Im Retreat gibt es einen festen Zeitplan, der den Rahmen bildet: Oft vom Wecken, über feste, sich über den Tag wiederholende Programmbestandteile bis zum Tagesabschluss. Ein Retreat hat eine feste Struktur. Der Grund:
    Niemand muss sich um irgendetwas kümmern oder Entscheidungen treffen, da alles festgelegt ist. Die Teilnehmer wissen, wann es was gibt, fügen sich in diese Struktur und sind frei für innere Prozesse. Das bedeutet für das Einfach Liebe Retreat:
    Es gibt einen festen Rahmen, bestehend aus Vorträgen, Körperarbeit, Meditation und gemeinsamer Paarzeit, der Struktur gibt und trotzdem Freiräume lässt, sich darin gut einzufinden. Wecken tun wir unsere Teilnehmer aber nicht. 😉
  2. Abstand vom Alltag
    Hier sind Retreat und Auszeit wieder ähnlich, in beiden ist es wesentlich, sich im Abstand vom Alltag zu erfahren. Der Tag wird nicht von unserem Arbeitsrhythmus, Form der Kommunikation (Offline-Sein ist oft der Fall) oder Alltagspflichten geprägt. Im Zen ist es zwar üblich, in Küche, Haus und Hof eine Stunde am Tag zu arbeiten, aber das ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem automatisierten Alltags-Programm, das wir ansonsten haben.Der Grund: Andere Zusammenhänge fordern ein Innehalten – übliche Regeln sind außer Kraft gesetzt, Gewohnheiten laufen ins Leere, es gibt keine oder wenig äußere Ablenkung – so entsteht Raum für wirklich andere und neue Erfahrungen. Das bedeutet für das Einfach Liebe Retreat:
    Endlich Zeit für die Liebe, entspannten Sex, echte Begegnung – ohne Kindergetöse, Arbeitsstress und Alltagserschöpfung.
  3. Konzentration auf ein Thema/ auf Wesentliches
    Im buddhistischen Retreat und in westlichen Exerzitien geht es immer um eine geistig-geistliche Übung, die uns näher zur eigenen Buddha-Natur oder Gott bringen soll. Losgelöst von diesen Klassikern, kann ein Retreat zu einem bestimmten Thema ähnlich geprägt sein. Dabei kann sich das Thema auf innere Erfahrung (Selbst-Erfahrung, Körper-Erfahrung) oder eine körperliche Aktivität und Fertigkeit (Bogenschießen) beziehen. Der Grund: Ein Retreat erlaubt, sich mit wesentlichen Themen und Anliegen zu befassen – das, was im Alltag keinen Platz findet. Durch die Breite der Zeit kann Tiefe überhaupt erst entstehen. Prozesse dürfen Raum einnehmen, hochkochen und wieder verschwinden, dürfen überraschen, werden bemerkt und bewusst integriert. Wesentlich hier: Existentielle Themen haben im Alltags-Geschäft nichts zu suchen – ob wir das wollen oder nicht: Um unseren Alltag gut zu bewältigen, konzentrieren wir uns auf Pragmatisches. Dabei bleiben wesentliche Fragen auf der Strecke, die aber im Retreat wieder Raum finden können. Das bedeutet für das Einfach Liebe Retreat: Hier dreht sich alles um die Liebe und Liebe körperlich zu leben. Um das Paar und um die beiden Menschen, die das Paar bilden. Und um entspannten Sex (heißt: No stress!).
  4. Übung:
    Auch hier geht es raus aus Gewohntem: Im Retreat bewege ich mich oft auf dünnem Eis, weil ich mich bewusst damit auseinandersetze, bestimmte Themen/Fertigkeiten nicht so zu beherrschen, wie ich es mir wünsche. Hier kann ich mich üben, habe Zeit, und begebe mich in eine Situation, die von Nicht-Wissen geprägt ist und übe mich, auch damitt freundlich umzugehen. Der Grund:
    Neue Gewohnheiten brauchen Übung – das gilt für Instrumente, Tägliches wie Kochen oder Putzen genauso wie für die Entwicklung von Bewusstsein. Über die Übung machen wir konkrete Erfahrungen, regulieren unsere Handlungen achtsam und bewusst und können sie dann Schritt für Schritt in den Alltag integrieren – um dort dann weiter zu üben. Das bedeutet für das Einfach Liebe Retreat:
    Wenn Liebe Leben und entspannter Sex in den Alltag einziehen sollen, geht das leider (oder zum Glück?) nicht auf Knopfdruck – es braucht Übung, Geduld, Übung und Geduld und: Übung.
  5. Führung und Begleitung:
    Die Qualität eines Retreats hängt vom Begleit-Personal ab. Nur entsprechend ausgebildete Lehrer sind in der Lage, den Rahmen einer solchen Auszeit zu halten und Impulse so zu geben, dass sie für die unterschiedlichsten Teilnehmer eine Unterstützung sind und weiterführen. Auch wenn die persönliche Gesprächszeit mit den Lehrenden nicht rund um die Uhr ist, werden gute Lehrer die richtigen Worte für alle Beteiligten wählen. Der Grund: Im Retreat betreten wir neues Terrain: Die ungewohnte Struktur des Tages, die wir nicht selbst entscheiden, weniger Möglichkeiten der Ablenkung, die Konzentration auf das Wesentliche, das alles ist eher fremd und benötigt Anleitung. Das bedeutet für das Einfach Liebe Retreat:
    Wir sind über viele Jahre u. a. von Diana Richardson ausgebildete Retreat-Lehrer; neben zahlreichen Qualifikationen in Aufstellungs- und Körperarbeit sind wir vor allem auch eins: ein erfahrenes Liebes-Paar, das den Prozess sehr oft und immer wieder neu durchlaufen hat – und das hört auf eine Weise auch nie auf.

Das alles macht also ein Retreat aus. Ein Retreat zu wiederholen macht übrigens immer extrem viel Sinn, gerade was den Übungs-Charakter ausmacht. Für uns als Paar war nach dem ersten Besuch des Making Love Retreats das Wiederholen des Seminars über viele Jahre hinweg unser persönliches Eltern-Paarbeziehungs-Überlebensprogramm.