Sozusagen ein Zuschlag für herzerfüllenden Sex, denn: Ohne ausreichend Zeit, Energie und Aufmerksamkeit hat es (nicht nur) die Liebe schwer.

Obwohl wir es eigentlich besser wissen, gibt es bei vielen von uns eine stillschweigende Überzeugung, dass die Partnerschaft von Liebenden den Faktor Gelingen automatisch in sich trägt. Wer gut zusammenpasst, sich auch nach Jahren noch richtig mag und attraktiv findet, setzt wahrscheinlich fast selbstverständlich voraus, dass alles gut gelingt.

Und wer, ganz im Gegenteil dazu denkt: Das wird nix mehr mit uns, setzt voraus, dass gar nichts mehr geht und verkennt genauso den Faktor Aufmerksamkeit – und das gewaltig. Soweit zu Überzeugungen.

Der Alltag vieler Liebespaare, die sich fragen, was denn aus ihrer umwerfenden Anziehung und Liebe geworden ist, spricht eine eigene Sprache.

Alles was lebendig ist, benötigt Bewegungsraum und alles was gelebt sein will, braucht Zeit. Entspannung und Wohlfühlen geht nicht zwischen Tür und Angel oder auf Knopfdruck. Und auf Dauer braucht auch die Partnerschaft Aufmerksamkeit und Investment, die anscheinend von alleine gelingt.

Gelegenheit macht Liebe

Das gilt übrigens nicht nur für Paare, die ihren Alltag miteinander leben, sondern auch für Menschen in Fernbeziehungen und natürlich auch für Alleinlebende. Wer mit sich selbst in Kontakt ist, kann das auch besser mit dem Gegenüber leben. Sich selbst wertschätzen und freundlich für sich zu sorgen und überhaupt erst einmal nachzuspüren, was ich denn jetzt gerade brauche und wünsche, bildet die Grundlage für Begegnung. Nähe und Verbundenheit braucht Entspannung, erfüllter Sex braucht Entspannung und Zeit. Der normale Alltag eines berufstätigen und/oder familienverantwortlichen Menschen in unserem Jahrhundert bietet vieles, aber Muße gehört in den seltensten Fällen dazu.

Muße und Entspannung fallen also nicht als Nebenprodukt vom Alltagshimmel, sondern müssen geplant werden – das gilt für Paare und Alleinstehende gleichermaßen.

 

Deshalb hier drei ultimative Tipps, um für die Liebe auch Gelegenheit zu schaffen:

 

  1. Fang an. Und warte nicht auf ein Angebot, einen Vorschlag oder zufälliges Zeitfenster …
    Wenn es dir wichtig ist, deinem Liebsten / deiner Liebsten in Ruhe und mit ausreichend Zeit zu begegnen, ist es sinnvoll dafür zu sorgen, dass genau das eintritt. Die Haltung: „Immer ich!“ hilft niemandem, dir am allerwenigsten. Erwachsene Menschen sind verantwortlich für ihr Tun – also: Mach den ersten Schritt!
  2. Mach Termine für dich selbst und miteinander.
    Und nimm sie genauso ernst wie die echten Termine mit Chefs, Kunden oder Freunden. So verbindlich wie Zähneputzen (oder überlegst du täglich, ob das jetzt sein muss und lässt es immer mal ausfallen???). Also nicht verhandelbar und nur zu verschieben, wenn Krankheit oder Schlimmeres dazwischen kommt. Müdigkeit, Sprachfaulheit oder Lustlosigkeit gelten nicht als Ausrede, sondern sind als Seins-Zustände willkommen und werden freundlich wahrgenommen.
  3. Nimm’s ernst und mit Humor.
    Und was vielleicht erst wie ein Widerspruch klingt, ist in Wahrheit keiner: Es ist wichtig, für neue Gewohnheiten eine Art Trainingslager zu installieren, damit aus Wünschen Realitäten werden können. Wer immer nur kurze Sexbegegnungen zwischendurch oder schon lange gar kein Liebesleben mehr hat, muss sich auch erstmal wieder an neue Gelegenheiten gewöhnen. Das kann dauern und braucht, na was schon: Zeit. Und das ist ernst gemeint. Dranbleiben ist das Non plus ultra.
    Da aber ein großer teil des Lebens, trotz allem Dranbleiben-wollen und Mühen, nicht wirklich zu planen ist und es immer anders kommt als gedacht, ist Humor der wichtigste Begleiter überhaupt. Ihr wart verabredet und das Kind hat den ganzen Abend gekotzt … schade. Aber, wenn ihr dann erschöpft ins Bett fallt und euch erinnert, dass ihr eigentlich etwas ganz anderes vorhattet … könnt ihr darüber lachen und euch darin nah sein. Auch diese Gelegenheit macht Liebe. Und dann: Den nächsten Termin verabreden.