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Zugegeben, die Überschrift ist plakativ. Aber das soll sie auch sein. Eigentlich müsste sie heißen: Fangt mal direkt beim Penis an. Und zwar, wenn er schön weich und entspannt ist …, wie sieht es dann aus mit der inneren Zufriedenheit?
Wenn es um Selbstliebe geht, laufen wir meist weg, wir starken Männer. Das ist nicht unsere Baustelle. Ich kann mich gut erinnern, wie fremd mir das war, als Diana und Michael Richardson im Making Love Retreat über Selbstliebe sprachen – ich kannte das nicht, dieses Gefühl, freundlich mit mir selbst zu sein. Und mit meinem Penis schon gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn er nicht prima aufrecht stand und sexbereit war.

Mein Penis und ich

Das hat sich geändert, mittlerweile habe ich eine echte Männerfreundschaft mit ihm, wir schätzen uns und lassen uns wir selbst sein. Für mich als Volker bedeutet das: Ich bin Mann mit all meinen Gefühlen und Bedürfnissen, mit meinen Irrungen und Wirrungen und mit dem Wunsch, die Liebe zu meiner Frau auch im Sex zu leben. Für meinen Penis, wenn ich mir erlauben darf, aus seiner Sicht zu sprechen, bedeutet es wohl vor allem, dass er als liebenswertes Körperteil gesehen wird. Nicht nur hochgerubbelt, stehend, fest, sondern weich, als hochempfindliches Wesen mit großem Liebespotential, egal in welcher Konsistenz.

Liest sich das spooky? Mag sein.
Aber es gibt viel zu entdecken und zu spüren. Du musst ja nicht gleich eine direkte Penisübung machen. Wenn du dir als Mann mehr Aufmerksamkeit geben willst und mehr dein tieferes Körperempfinden entdecken möchtest, kannst du damit anfangen, morgens (oder abends), wenn du noch nicht ganz wach bist, die Hände an deine Leisten zu legen – egal, was mit deinem Penis ist. Einfach nur Präsenz in diesen Bereich bringen – die Wärme deiner Hände spüren, die Aufmerksamkeit, die Haut, vielleicht einen leisen Pulsschlag. Sonst nichts. Du bist mit keiner bestimmten Absicht da, es geht nirgendwo hin, außer ins Wahrnehmen, was da ist und was du fühlen kannst. Wenn du das mal eine Zeitlang jeden Morgen (oder jeden Abend) tust, dir diese kleine Begegnung mit dir und deinen Leisten gönnst, wird sich etwas verändern. Dein Körper wird spürbarer, du wirst hier und da feines Prickeln, Kribbeln, Wärme spüren – ohne dass du angestrengt unterwegs bist, kommst du dir ein Stück näher – einfach mal so sein, wie du bist, keine Performance abliefern, kein bestimmtes Ergebnis erzielen. Dein Körper fängt an zu entspannen, du fängst langsam an, dich in dir wohl zu fühlen und zufriedener zu werden. Bei mir war das jedenfalls so und bei vielen Männern aus unserem Retreat ist es auch so.

Kleine Peniskunde (same same wie bei den Brüsten bei Frauen)

Im zweiten Schritt kannst du dann nach einer Weile in direktem Kontakt kommen, deine Hände zu einer Schale formen und an den Penis legen. Ihn freundlich und interessiert einfach nur spüren. Bemerken, wie sich die Wärme der Hände anfühlt, wie sich diese schlichte und einfache Berührung, die nichts will, anfühlt. Du bist einfach nur im Kontakt auf eine liebevolle Weise mit einem wichtigen Körperteil von dir. Der Penis macht uns, rein biologisch, zu Männern. Da scheint es doch eine gute Idee zu sein, ihn besser kennenzulernen …

Es ist eine gute Erfahrung, sich dem eigenen Penis sanft und entspannt zuzuwenden. Ihn einfach nur zu halten und zu spüren, was es da wahrzunehmen gibt. Das ist am Anfang total ungewohnt, fremd und seltsam; Diana Richardson beschreibt in ihrer Arbeit ein Energie-Modell, das deutlich zeigt: Der Penis verbindet uns mit unserer Herzenergie, so wie das bei Frauen über die Brüste geht. Diese Verbindung zu spüren funktioniert nicht, wenn du im wilden Reibungsmodus alles Gefühl wegschrubbelst und die pure Spannung erzeugst. Penis und Sex heißt ja normalerweise: Er muss stehen. Das Gefühl der Erregung und der Entladung im Orgasmus kennen wir alle seit der ersten Masturbation.

Wenn du die Erregung weglässt, bleibt tiefes Spüren zurück. Ich kann das nur empfehlen, es ist köstlich. Nicht geil, sondern richtig richtig gut. Als ich irgendwann begonnen habe, mich meinem Penis wirklich liebevoll zuzuwenden, hat sich viel verändert – in mir, in meinem Penis und natürlich in unserem Liebemachen. Ehrlich gesagt, ist alles, was mit meinem Penis zu tun hat, seitdem viel viel viel schöner geworden.

Ich brauch‘ aber Sex zur Entspannung …

Dieser Satz ist uns allen in jede Zelle gelegt … aber es ist ein ziemlicher Irrtum, weil hier die Entspannung ja erst nach der Erregung und nach unendlich viel Spannung kommt, die wir im Sex normalerweise aufbauen. Der Weg zur Entspannung ist anstrengend, du musst ja nicht nur selbst kommen, sondern deine Partnerin noch mitnehmen, nicht zu früh, nicht zu spät …, das kennen ja alle Männer, dieses Problem.

Viel, viel entspannter ist es aber, im Sex erst überhaupt nicht auf die gewohnte Weise mit der ganzen Spannung hochzufahren. Den Penis als Liebesinstrument zu nutzen und den Sex als Liebeskanal – das geht aber nicht, wenn du nur damit beschäftigt bist, in höchsten Erregungszuständen zu sein. Wenn ihr euch über deinen Penis verbindet, egal in welchem Zustand er gerade ist und diese Verbindung in der Tiefe spürt …, passieren einfach andere Dinge. Und die sind nicht nur entspannt, sondern mega. Das verpassen wir, der Penis, der Mann, die Vagina und die Frau leider immer dann, wenn wir uns Richtung Orgasmus bewegen.

Das Beste für mich daran ist, dass nicht nach zehn Minuten alles vorbei ist, oder nach zwanzig. Wir können uns über Stunden lieben, verbinden, lösen und dösen, lieben und genießen – ich will das jedenfalls nie mehr anders haben.

Selten zeugen, viel lieben

Das Ur-Programm zum Kinder-zeugen läuft natürlich in uns, keine Frage. Aber wir sind ja keine Ur-Männer mehr, sondern moderne Typen, die nicht dauernd Kinder zeugen wollen und müssen. Wir können uns endlich entspannen und lieben: ausgiebig, ohne Stress, ohne Ziel, ohne Kopfkino. Wir können unser waches Bewusstsein nutzen, mehr zu lieben und zufriedener zu sein. Ich finde, das lohnt sich. Und gut anfühlen tut es sich auch.

Du musst mir das nicht glauben. Aber du musst es unbedingt ausprobieren, weil ich sicher bin, dass die meisten von euch mit dieser Art des Körpergefühls im Sex keine Erfahrung haben. Und das ist mega-schade, weil du da viel Wundervolles verpasst.