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Moment … ist eine Vision nicht etwas, was in der Zukunft liegt? Wo ich hinwill, aber noch nicht bin? Ja, genau das meinen wir – Liebe braucht Visionen, auch wenn sich das erstmal komisch anhört. Strategien? Das ist, in Kombination mit Liebe, schon ein ziemlich eigenartiges Wort. Erinnert vielleicht an Marketing, Finanzen, manipulierende Psychologie … beim Schreiben zu diesem Blog haben wir auch erst überlegt, ein anderes Wort zu suchen aber: Strategie beschreibt ganz genau, was wir meinen: einen Plan zu haben, wie wir vorgehen wollen, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreichen möchten. Wenn wir jetzt noch das Wort „Ziel“ mit dem Wort „Fokus oder Ausrichtung“ tauschen, klingt es nochmal anders oder?

Wie können wir nun also vorgehen, wenn wir uns auf unsere Liebe und unser Partnerschaft ausrichten wollen und sie (immer wieder) auf unserer Liste der Prioritäten nach ganz oben setzen wollen?

Als erstes finden wir unsere Paar-Vision, unsere Liebes-Vision: wir werden uns darüber klar, wie wir unsere Liebe, unser partnerschaftliches Leben gestalten und ausrichten wollen. Wenn du unseren Blogartikel Visionen für die Liebe noch nicht kennst, findest du genau hierfür die Gebrauchsanleitung 😉

Die Vision für eure Liebe ist die Grundlage, eure Basis – sie dient dazu, euch immer wieder an eure Haltung, eure Maßstäbe, eure Träume und Wünsche für eure Beziehung zu erinnern und für das was ihr für eure Liebe formuliert habt, zu gehen. Es geht also nicht nur darum, eure Vision gedanklich zu erfassen, sondern die Liebe und den Entspannten Sex ins ganz normale Leben zu bringen. Es geht nicht um Honeymoon und Wellness-Liebe zweimal im Jahr, sondern darum, ein entspanntes, nährendes Liebesleben mitten im Alltag zu entwickeln.

Und um das umzusetzen braucht es eine Strategie, einen Plan…

Ab in den Alltag: Hindernisse auf dem Schirm haben

Neue Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren gehört ja nicht zu den leichtesten Übungen – aber auf jeden Fall zu denen die wirken und das gemeinsame Leben einfach schöner machen – das ist doch eine gute Nachricht, oder?

Als wir angefangen haben unsere Vision von entspannter Liebe in unser Leben zu bringen, gab es von außen gesehen ein ziemlich fettes Hindernis auf unserem Weg: der ganz normale Alltag.
3 schulpflichtige Kinder, Jobs, Ehrenamt, soziales Leben, Hund und Haus wuppen – die Tage waren voll bis übervoll und es gab gefühlt keine Lücke für uns.

Aber wir wollten unsere Vision unbedingt in unser Leben bringen, nicht nur von ihr träumen und haben deshalb begonnen, Hindernisse als Herausforderungen zu sehen. Vor allem zu erkennen, das die meisten Hindernisse direkt in unseren Köpfen lagen:

„Geht nicht…“ 
„Kann ich nicht…“
„Klappt nicht …“
„Einfach keine Zeit…“

Diese Gedanken mitkriegen, reflektieren und sich fragen:“Hey, stimmt das eigentlich WIRKLICH?“ ist dann der springende Punkt. So kann das gefühlte Hindernis geknackt werden und ich fordere mich heraus, anders zu denken.

„Geht nicht…“ wird dann zu „Vielleicht ja doch…“

aus dem „Kann ich nicht…“ entwickelt sich ein „Kann ich lernen …“
„Klappt nicht …“ wird zu der Erkenntnis: „Klappt jetzt noch nicht, aber wir sind auf dem Weg und bleiben dran“
und 
„Einfach keine Zeit…“ wird dann zu „Einfach mal was weglassen und anders planen…“

Das Hinterfragen der Gedanken ist dann eine Aufgabe, die vielleicht herausfordert, aber letztendlich das vermeintliche Hindernis aus dem Weg räumt.
Ein super Meilenstein auf dem Weg zur Paarvision und eine gute Strategie, oder?

Talente an der richtigen Stelle

Ein weiterer Schritt die Vision ins eigene Leben zu bringen ist, sich auf die eigenen Ressourcen zu besinnen. Ressourcen zu erkennen und sie immer wieder als Alltags-Ass aus dem Ärmel zu zaubern.

Bei uns wie bei fast 90% der Paare, die wir in unserer Arbeit kennenlernen, ist der Faktor ZEIT ein riesen Liebe-Visions-Verhinderer, denn blöderweise braucht entspannte Liebe Zeit, Entspannter Sex auch und Paar-Gespräche sowieso.

Zeit ist immer knapp. Denken jedenfalls alle. Im Grunde ist das aber nur ein Hindernis, was unseren Gedanken entspringt und herausfordert, anders über die Zeit zu denken und anders mit ihr umzugehen. Das mit der Zeit lässt sich verändern, wenn wir erkennen, das wir sie selber in der Hand haben – Nicht sofort, nicht auf Knopfdruck, aber Schritt für Schritt.

Zurück zur Ressource unsere Talente einzusetzen… das ist nämlich eine weitere Strategie.

Als uns klar war, dass wir für unsere Liebe feste Zeiten einrichten mussten (und wollten), hat Ela dafür gesorgt, dass das geht – sie hat dem Entspannten Sex die nötige Struktur gegeben und dafür gesorgt, dass die Dates dafür eingehalten werden.
Ela ist das echte Struktur-Talent – sie kann Pläne nicht nur machen, sondern auch dafür sorgen, dass sie umgesetzt werden.
Volker ist derjenige, der lieber etwas unstrukturiert durchs Leben geht – auch eine wahre Resource – sein Job ist es bis heute, dafür zu sorgen, dass wir nicht zu eng werden vor lauter Planung. Er bringt die nötige Gelassenheit mit, wenn die Gefahr besteht, dass wir zu rigide werden könnten.

Auf den zweiten Blick
Banales Beispiel, aber hier wird deutlich: es macht Sinn, genau hinzugucken, wer was gut kann! So tun die Talente genau das, was sie am besten können und so gelingt auch echtes Team-Play, darüber haben wir ja schon öfter geschrieben. Es macht keinen Sinn, Volker die Verantwortung für unsere Planung zu geben – dann wird das nix. Es macht aber auch keinen Sinn, Ela mit der Planung ganz allein walten zu lassen – dann sind wir zwar gut getaktet, aber nicht so wirklich gelassen und entspannt 😉

Die verschiedenen Talente sind so nicht nur in punkto Liebesvision kostbar, sondern helfen auch im Täglichen auf Augenhöhe miteinander umzugehen. Also hilft es sehr, die Talente zu benennen, sie lieb zu gewinnen und wertzuschätzen.

Das ist nicht immer easy-going, aber lohnt sich, denn es macht das Paar-Leben einfacher: Statt rumzumeckern, weil der andere mal wieder völlig unstrukturiert durchs Leben schnarcht, siehst du plötzlich, dass dein Lieblingsmensch zwar nicht dein Talent hat, aber eine ganz eigenes mit in euer Leben bringt.

So entsteht aus zwei unterschiedlichen Talenten das Potenzial fürs große Paar-Ganze.

Niemand käme auf die Idee, zum Beispiel im Fußball (siehe Teamplay) einen Abwehrspieler dafür zu tadeln, dass er keine Tore schießen kann – wieso machen wir uns also Vorwürfe, wenn der das eine kann aber das andere nicht, statt das zu schätzen, was da ist? Und vor allem: beides klug einzusetzen…? Klingt doch plausibel, oder? 
In den Alltag gebracht heißt das: es braucht auf jeden Fall einen liebevollen Blick auf meinen Lieblingsmenschen – dieser Blick ist ein Investment und im Grunde auch wieder ein einzelner Schritt in eurer Strategie 😊.

Der Reality-Check: Was geht gut – und was braucht noch etwas Zeit?

Sind die Gedanken-Hindernisse erkannt und die Talente gesichtet, ist es hilfreich, auf eure Liebes-Strategie mit einem Realitäts-Check zu schauen:
Ihr nehmt eure Liebesvision und schaut nach Punkten, die schon umgesetzt sind und nach Punkten, die noch nicht umgesetzt sind. Vielleicht könnt ihr ja super gut miteinander sprechen und findet für viele Dinge in der Kommunikation eine Lösung, aber über Sex zu sprechen ist ein schwieriges Thema – oder es ist umgekehrt oder von beidem ein bisschen.
Im Realitäts-Check nehmt ihr die wichtigen Punkte eurer Vision unter die Lupe und tauscht euch aus:
Was lebt ihr schon? 
Was geht noch gar nicht? 
Wo seid ihr auf einem guten Weg? 
Wo wisst ihr gar nicht was zu tun ist?

Werten aber nicht Be-Werten
Ihr könnt den einzelnen Punkten eine Wertung geben. 10 Punkte heißt: Vision umgesetzt, alles wunderbar. 0 Punkte heißt: davon ist noch gar nichts in unserem Leben, es gibt was zu entwicklen. Macht den Abgleich, schaut wo ihr steht und wo ihr hinwollt und fangt an dafür die entsprechenden Schritte zu gehen. Nehmt euch den nächsten, naheliegenden und damit möglichst leicht umsetzbaren Schritt.
Gute Planung und gutes Nutzen (weil Erkennen) der Ressourcen – beides ist ganz wichtig, damit aus eurer Vision wirklich gelebtes Leben werden kann. Das geht nicht mal eben so, deshalb ist es auch eine Strategie, auf die ih euch mittel- bis langfristig ausrichtet.

Kurzfristig ist es sehr hilfreich, wenn ihr überhaupt zusammensitzt, euch mit eurer Liebesvision beschäftigt und gemeinsam über Wege nachdenkt (und -fühlt), wie das Ganze auch umsetzbar ist.

Sucht euch Inspirationen und nehmt die Anspruchsbrille ab

Ressourcen zu sichten ist Schritt eins: Was können wir schon? Hindernisse sehr klar zu benennen, ist Schritt zwei und ebenso wichtig; wenn ihr wisst, dass euch Struktur fehlt: Bleibt dran, damit bewusst umzugehen.

Wenn ihr wisst, dass ihr im Sex immer wieder an eure unterschiedlichen Vorstellungen aneckt: Bleibt trotzdem dran, Entspannten Sex als Vision im Blick zu halten. Schaut auf Erwartungen, die vielleicht überzogen sind, holt euch Inspiration (und hört unseren Podcast), schaltet den Anspruch runter das beide Partner alles gleich empfinden müssen. Geht alles in kleineren Schritten an.

Oder wenn ihr wisst, dass ihr euch in Gesprächen schnell mit Vorwürfen herausfordert: Bleibt dran an der Vision, gute und innige Gespräche miteinander zu führen und kultiviert die Einfach-Liebe-Gespräche (Inselgespräche) miteinander.

Wenn wir auf unseren Start zurückblicken wundern wir uns, wie gut es uns gelungen ist, in der Phase mit dem vollen Kind-und-Kegel-Programm uns Zeit für die Liebe und Entspannten Sex freizuschaufeln. Unsere Zauberformel war und ist: Dranbleiben und langfristig denken.

Witzigerweise fiel uns das damals fast leichter als heute, wo wir ohne Kinder, Schule und Hund eigentlich über viel mehr frei verfügbare Zeit bestimmen können
.
Daran ist gut zu erkennen: Die Umstände verändern sich, aber die Hindernisse gehen nicht aus 😉

Sie zeigen sich einfach je nach Lebenssituation immer wieder anders und fordern uns als Liebespaar auf, immer wieder neu zu gucken und neu zu entscheiden, was genau JETZT zu tun ist, um unsere Liebes-Vision auch im echten Leben zu leben.

Übrigens, die Vision für die Liebe sollte auch immer mal wieder auf dem Prüfstand stehen. am besten in eurer jährlichen Inspektion für die Liebe!